20.Februar 2016

2. Wohnprojektetag im Haus Weitblick in Herrenberg

Wir erinnern uns (s. auch untenstehenden Bericht): Anlässlich und zum Abschluss der Feierlichkeiten zum fünfjährigen Bestehen unseres Gemeinschaftlichen Wohnprojektes "VIA" hatten die Mitglieder unserer "Werkstatt zusammen leben" den ersten Wohnprojektetag in Baden-Baden im Januar 2015 mit so großem Erfolg organisiert, dass sich zum Abschluss alle Beteiligten einig waren, den Erfahrungsaustausch fortzusetzen.

So trafen sich Vertreter verschiedener Wohnprojekte aus Baden-Württemberg im Haus Weitblick in Herrenberg zum 2. Wohnprojektetag.

Aufgrund der aktuellen Situation und Zielsetzungen in vielen Wohnprojekten waren auch die Themen, die zur Bearbeitung und Diskussion gestellt wurden, gewählt.

Ganz oben, da in allen Wohnprojekten zu Hause, stand dabei der Umgang mit Konflikten und dem Treffen von Entscheidungen.

Zum Thema "Mit Konflikten leben" wurden folgende Lösungsvorschläge gemacht:

Lösungsvorschläge zur Annäherung:

- Gemeinsame Unternehmungen als verbindendes Erlebnis.

- "Neutrale" Mediation - durch Austausch von Mediatoren zweier Wohnprojekte?

- Konsensverfahren lernen?

In der Tat wird in der Regel oft um Banalitäten gekämpft!?

 

Zum Thema "Wie kommen wir zu Entscheidungen" wurde Folgendes überlegt:

- Manche Entscheidungsprozesse sind durch das WEG-Gesetz bestimmt.

- Das Konsens-Prinzip führt nicht immer zur Lösung.

- Kombination von "Machern" und "weniger Aktiven" lässt den Verdacht einer schweigenden Antistimmung aufkommen, was nicht stimmen muss. Für Transparenz ist auch die Meinung der Schweiger wichtig, z. B. durch direkte Ansprache.

- Finanzierungen müssen nicht zwangsläufig nach Miteigentumsanteilen erfolgen. Denkbar sind auch Ansätze, die unterschiedliche finanzielle Möglichkeiten einzelner Eigentümer berücksichtigen.

- Über eine gute Abstimmung zwischen Verwaltung, Beirat und Expertengruppen im Haus, Vorgespräche und Vorinformationen mit einzelnen, und eine vorgeschaltete informative Mitteilung an alle über eine geplante Entscheidung, sind notwendige Entscheidungen auf einen guten Weg gebracht.

Zum Thema "Hilfsbedürftigkeit" wurde betont, dass wir Bewohner eines Projekts lernen müssen, mit den unterschiedlichen Belastungsgrenzen sowohl der Hilfsbedürftigen als auch der Helfer umzugehen.

Dazu muss einerseits die Struktur im Falle der Hilfsbedürftigkeit thematisiert werden und andererseits ist nach Wegen zu suchen, die zu mehr Offenheit zu sich selbst und anderen gegenüber führen.

Thema "Familien mit Kindern":

Für generationenverbindende Wohnprojekte ist es besonders wichtig, dass das praktikable Bild eines guten Zusammenlebens der Generationen nach außen kommuniziert wurd, um das Vorurteil der "Altengemeinschaft" aufzulösen.

Zusammenfassung aufgrund des Protokolls von Sonja Haupt, Weitblick Herrenberg

Alle Beteiligten waren sich zum Abschluss des Tages einig, dass der Weg der Kommunikation und dem Austausch von Erfahrungen zwischen bestehenden Wohnprojekten wichtig und hilfreich ist und darum fortgesetzt werden muss. Für das Jahr 2017 hat sich erfreulicherweise Schwäbisch Hall bereit erklärt, den 3. Wohnprojektetag auszurichten.

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