Wohnprojekte im Dialog

23. September 2017

3. Wohnprojektetag in Schwäbisch Hall "Heller Wohnen"

der dritte Wohnprojektetag nach Baden-Baden und Herrenberg wurde in diesem Jahr von den Bewohnern des Projekts "Heller Wohnen" in Schwäbisch Hall organisiert. Gekommen waren Vertreter aus Schorndorf, Herrenberg – Weitblick und StadtWerk- sowie Baden-Baden.

 „Heller Wohnen“ ist ein gemeinnütziger Verein zur Förderung der Jugend- und Altenhilfe in Schwäbisch Hall.Es besteht eine Eigentümergemeinschaft in Kooperation mit der Genossenschaft PRO. Diese verfügt über 16 Eigentumswohnungen mit Selbstnutzern (WEG), fünf Wohnungen sind vermietet, die Miete beträgt verbindlich 6 Euro  pro m². Zwei Wohnungen werden von der Genossenschaft vermietet, hier ist der Verein der Vermietervertreter. Weiterhin ist eine 2-Zimmerwohnung für Pflegepersonen vorhanden, der Privateigentümer erhält dafür Miete über einen Sozialfond, in den  monatlich 10 bis 30 Euro pro Bewohner eingezahlt werden.

An Gemeinschaftsflächen gibt es einen Gemeinschaftsraum im EG ca. 75 m²groß, zwei kleinere Gruppenräume, Spielzimmer und Musikzimmer, im UG, ein Gästeappartement, alles wurde über Umlage finanziert. Das Gästeappartement  wird für 2 Euro im Sommer bzw. 3 bis 5 Euro  im Winter pro Nacht vermietet.

Die Waschküche ist sehr groß und hell, 5 Waschmaschinen für Jedermann nutzbar, im Raum Regal mit Literatur, Sitzplatz, Nähmaschine und Bügelmaschine. Die Wäsche kann im Freien auf fest installierten Wäscheleinen getrocknet werden.

Wenn jemand in die Hausgemeinschaft aufgenommen werden will, bekommt er zunächst einen oder mehrere Paten aus der Hausgemeinschaft an seine Seite gestellt, stellt sich möglichst einer kleinen Gruppe vor und nimmt mindestens zweimal an einer Plenumsitzung teil. Die Entscheidung erfolgt dann in Abwesenheit des Bewerbers / der Bewerberin im Konsens.

Alle 14 Tage wird samstags gemeinsam geputzt. Zwei Frauen kochen 2x pro Monat, das Essen kostet immer 5 Euro.

Die Sitzungen der Hausgemeinschaft sind vierzehntäglich, die stets reihum von den Bewohnern geleitet werden. Ebenso verhält es sich mit dem Protokoll.

Ein Beschluss wird immer erst in der darauf folgenden Sitzung gefasst und muss von ¾ der Bewohnerschaft angenommen werden.


Während des Projektetags wurden 3 Gruppen zur Bearbeitung von folgenden Themen gebildet:

-     Solidarisches Handeln und gegenseitige Unterstützung.    

-      Entscheidungsfindung, Entscheidungswege. Z. B. über gemeinschaftliches   

       Tun, das Gemeinschaft und gute Stimmung schafft.

 

-     Gelungene Kommunikation

       Keine Seilschaften, keine Parteibildungen, keine Problemdiskussionen per    

       E-Mail. Gewaltfreie Kommunikation, evtl. Hilfe auch von außen holen.  

       Präambel ist Konsens.

       Den Menschen vor die Sache stellen, Zusammenleben wichtiger als die  

       Sache. Gemeinsames Wertesystem entwickeln.

Die Ergebnisse zusammengefasst.

 

 

Der wechselweise gegenseitige Besuch und der Erfahrungsaustausch soll im nächsten Jahr fortgesetzt werden. Darin waren sich alle Teilnehmer des gelungenen Tages in Schwäbisch Hall einig.

Darum hieß es beim Abschied: " Auf Wiedersehen im "StadtWerk" Herrenberg 2018.

 

 

 

20.Februar 2016

2. Wohnprojektetag im Haus Weitblick in Herrenberg

Wir erinnern uns (s. auch untenstehenden Bericht): Anlässlich und zum Abschluss der Feierlichkeiten zum fünfjährigen Bestehen unseres Gemeinschaftlichen Wohnprojektes "VIA" hatten die Mitglieder unserer "Werkstatt zusammen leben" den ersten Wohnprojektetag in Baden-Baden im Januar 2015 mit so großem Erfolg organisiert, dass sich zum Abschluss alle Beteiligten einig waren, den Erfahrungsaustausch fortzusetzen.

So trafen sich Vertreter verschiedener Wohnprojekte aus Baden-Württemberg im Haus Weitblick in Herrenberg zum 2. Wohnprojektetag.

Aufgrund der aktuellen Situation und Zielsetzungen in vielen Wohnprojekten waren auch die Themen, die zur Bearbeitung und Diskussion gestellt wurden, gewählt.

Ganz oben, da in allen Wohnprojekten zu Hause, stand dabei der Umgang mit Konflikten und dem Treffen von Entscheidungen.

Zum Thema "Mit Konflikten leben" wurden folgende Lösungsvorschläge gemacht:

Lösungsvorschläge zur Annäherung:

- Gemeinsame Unternehmungen als verbindendes Erlebnis.

- "Neutrale" Mediation - durch Austausch von Mediatoren zweier Wohnprojekte?

- Konsensverfahren lernen?

In der Tat wird in der Regel oft um Banalitäten gekämpft!?

 

Zum Thema "Wie kommen wir zu Entscheidungen" wurde Folgendes überlegt:

- Manche Entscheidungsprozesse sind durch das WEG-Gesetz bestimmt.

- Das Konsens-Prinzip führt nicht immer zur Lösung.

- Kombination von "Machern" und "weniger Aktiven" lässt den Verdacht einer schweigenden Antistimmung aufkommen, was nicht stimmen muss. Für Transparenz ist auch die Meinung der Schweiger wichtig, z. B. durch direkte Ansprache.

- Finanzierungen müssen nicht zwangsläufig nach Miteigentumsanteilen erfolgen. Denkbar sind auch Ansätze, die unterschiedliche finanzielle Möglichkeiten einzelner Eigentümer berücksichtigen.

- Über eine gute Abstimmung zwischen Verwaltung, Beirat und Expertengruppen im Haus, Vorgespräche und Vorinformationen mit einzelnen, und eine vorgeschaltete informative Mitteilung an alle über eine geplante Entscheidung, sind notwendige Entscheidungen auf einen guten Weg gebracht.

Zum Thema "Hilfsbedürftigkeit" wurde betont, dass wir Bewohner eines Projekts lernen müssen, mit den unterschiedlichen Belastungsgrenzen sowohl der Hilfsbedürftigen als auch der Helfer umzugehen.

Dazu muss einerseits die Struktur im Falle der Hilfsbedürftigkeit thematisiert werden und andererseits ist nach Wegen zu suchen, die zu mehr Offenheit zu sich selbst und anderen gegenüber führen.

Thema "Familien mit Kindern":

Für generationenverbindende Wohnprojekte ist es besonders wichtig, dass das praktikable Bild eines guten Zusammenlebens der Generationen nach außen kommuniziert wurd, um das Vorurteil der "Altengemeinschaft" aufzulösen.

Zusammenfassung aufgrund des Protokolls von Sonja Haupt, Weitblick Herrenberg

Alle Beteiligten waren sich zum Abschluss des Tages einig, dass der Weg der Kommunikation und dem Austausch von Erfahrungen zwischen bestehenden Wohnprojekten wichtig und hilfreich ist und darum fortgesetzt werden muss. Für das Jahr 2017 hat sich erfreulicherweise Schwäbisch Hall bereit erklärt, den 3. Wohnprojektetag auszurichten.

 

 

17. Januar 2015

Wohnprojekte im Dialog - 1. Wohnprojektetag in Baden-Baden

Anlässlich und zum Abschluss der Feierlichkeiten zum fünfjährigen Bestehen unseres gemeinschaftlichen Wohnprojektes hatten unsere Mitglieder der "Werkstatt zusammen leben" unter Federführung von Frieder Groninger, der der Motor war, diese Idee zum Leben zu erwecken, einen Wohnprojektetag bei uns in Baden-Baden organisiert. An die wochenlange Vorbereitungsphase, die Arbeit und Schweiß gekostet an, sei hier nur kurz erinnert.

Unsere Einladung ging an sieben bereits bestehende Wohnprojekte in Baden-Württemberg, sowie an eine im Werden befindliche Gemeinschaft. Überall stießen wir auf ein erfreulich großes Interesse an solch einer Tagung zum Erfahrungsaustausch zwischen Wohnprojekten, nachdem Flyer und Einladungsschreiben verschickt worden waren.


So konnten wir Vertreter aus insgeamt 8 Wohnprojekten begrüßen, und freuten uns über einen mit ca. 45 Personen voll besetzten Gemeinschaftsraum, da während der Vorstellungsrunde der einzelnen Gemeinschaften am Vormittag auch die interessierte Öffentlichkeit eingeladen war.

Während die Interessenten nach der Vorstellungsrunde das Projekt besichtigen konnten, wurde der Gemeinschaftsraum in ein Restaurant verwandelt und für die Arbeitsgruppen, die am Nachmittag den Erfahrungsaustausch zur Aufgabe hatten, ein Mittagessen zur Stärkung serviert, das unsere bewährten Köchinnen vorbereitet hatten. 

 

Am Nachmittag wurden zunächst 4 Kleingruppen gebildet, die die Themen, die zum Erfahrungsaustausch vorgesehen waren, barbeiteten, um die Ergebnisse dann dem gesamten Plenum als weitere Diskussionsgrundlage vorzustellen. Die dabei erlebte freundschaftliche und vertraute Atmosphäre zeigte sich als fruchtbarer Boden, insbesondere bei dem Thema Konflikte und Konfliktlösungen. Aber auch die übrigen Themen mit dem Austausch zu Strukturen, die sich als bewährt erwiesen haben, sowie Gespräche über anfängliche Erwartungen und was davon die Realität nun zulässt, wurden unter der Moderation von Tina Lipps ebenso interessiert diskutiert, wie ein Blick in das zukünfige Zusammenleben mit dem unausweichlichen Älterwerden und der möglichen daraus resultierenden Hilfsbedürftigkeit.

 

Zum Schluss waren sich alle Anwesenden einig, dass der Erfahrungsaustausch sehr wichtig und auch gewinnbringend war und der nun begonnene Dialog zwischen den Wohnprojekten unbedingt fortgesetzt werden sollte. Unser Dank geht an alle Mitwirkenden, aber auch ganz besonders an die vielen fleißigen Helfer, die dieses Treffen erst möglich gemacht hatten.

 

 

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