25. Oktober 2018

Die Grinden im Nationalpark Nordschwarzwald - unterwegs mit dem Nationalparkranger.

Die Grinden sind ein besonderes Stück Landschaft im Nordschwarzwald. Ganz besonders wenn die Nebel alles in gespenstisches Licht tauchen. Dabei sind die Grinden eine Kulturlandschaft und dir Folge von jahrhundertelangem Eingriff durch den Menschen, erläutert uns Meinrad Heinrich, der sich im weiteren Verlauf als kompetenter Ranger erweist. Die Grinden (schwäbisch: Kahler Kopf) sind menschengemachte waldfreie Bergkuppen. Schon im 14. Jahrhundert wurden die Hochlagen gerodet und mit Rindern und Schafen beweidet.

Freie Flächen, hohe Niederschläge und Buntsandstein als Untergrund führten im Laufe der Jahrhunderte zur Hochmoorbildung und charakteristischen Vegetation.


 Um diese Kulturlandschaft zu erhalten, ist sehr aufwendig. Dazu weiden über dem Sommer Schafe, Ziegen und Hinterwälder Rinder. Daraus ergibt sich eine Fauna und Flora mit seltenen Arten wie Wiesenpiper, Ringdrossel und Steinschmätzer.

Durch den Klimawandel wird es jedoch auch in diesen Höhen wärmer, so hörten wir zu unserem Erstaunen, dass inzwischen hier auch die wärmeliebende Gottesanbeterin angetroffen werden kann.

Auch der Borkenkäfer ist hier oben zu Hause und fungiert als Erneuerer, nachdem durch seinen Befall alte Bäume für sogenanntes Totholz sorgen, aus denen neues Leben entsteht – ein notwendiger Kreislauf der Natur.


Die Herbstfarben und der Nebel tauchten die Grinden in ein gespenstisches Licht und machten den Ausflug zu einem nicht alltäglichen Erlebnis. Bei der Einkehr im Gasthaus Zuflucht konnten wir uns dann bei Speis und Trank aufwärmen.