Mai 2017

"Offener Gesprächskreis" zum Thema "Vergeben - Vergessen - Verzeihen"

Nachdem der letzte „Offene Gesprächskreis“ zehn Monate zurücklag, hat sich die Werkstatt „zusammen leben“ Gedanken gemacht, was für ein Thema an einem „Offenen Gesprächskreis“ wohl interessant sein könnte und kam zu dem Entschluss, das Thema „Vergeben – Vergessen – Verzeihen“ in den Raum zu stellen.

Einige hatten das Buch von Christa Spannbauer „Vergebung befreit. Loslassen und inneren Frieden finden.“ gelesen. Es gibt neben Definitionen auch noch psychologische Verhaltenstipps, wie man mit Verletzungen und Verletzlichkeit umgehen kann. Anfang des Jahres lief auch in „SWR2 – Aula“ ein Vortrag zu diesem Thema, der uns aber zu gewollt erschien. Immerhin scheint es kein abwegiges Thema in unserer Gesellschaft zu sein.

Meistens verknüpfen sich spontan persönliche Erlebnisse mit diesem Thema. Oft bedeutet verzeihen zu können auch erleichtert zu sein und für sich selbst Frieden einkehren zu lassen. Die Kunst scheint es zu sein, feindlich gesinnte Spannungen in zwischenmenschlichen Beziehungen herauszunehmen, wenn sich Menschen mit unterschiedlichen Einstellungen, Kulturen oder erziehungsbedingten Persönlichkeitsstrukturen begegnen. Man kann jemandem verzeihen. Man kann andererseits um Verzeihung bitten.

Obwohl es immer wieder Stimmen gibt, weshalb man zu so einer „Veranstaltung gehen muss“ und was für einen Zweck so ein „Offener Gesprächskreis“ wohl hat, war mit dreizehn anwesenden Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern ein starkes Drittel aller VIA ’s vertreten, denen es Spaß machte, über dieses Thema frei zu philosophieren oder mit eigenen Erfahrungsberichten beizutragen.

Außerdem trug die Veranstaltung sicherlich dazu bei, Netzwerke in unserem Gehirn anzuregen, die im Alltag nicht unbedingt angesprochen werden, so dass man die Mitbewohner im Gespräch auch mal von einer anderen Perspektive wahrnimmt.

Nach anderthalb Stunden waren wir am Ende unseres schwerwiegenden Gedankenaustauschs, obwohl man noch einige Stunden, Tage und Wochen hätte weitermachen können.

Es wartete in der Küche ein großer bunter Gemüseeintopf, den Judith und Dietmute vorbereitet hatten, über den sich alle, begleitet von weiteren Gesprächen, her machten.

 

7. Mai 2017

Lyrikabend über das Thema "Liebe"

VIA - Literatur- AG hatte eingeladen

Die Resonanz war wieder sehr erfreulich. Die vorgetragenen Texte umfassten eine Zeitspanne vom 13. Jahrhundert bis in die Neuzeit. Viele unbekannte und sehr interessante  Texte z. B. von John Donne (1572 - 1631) und die "Verklärte Nacht" von Richard Dehmel (1863 - 1920). So waren auch die einfühlsamen Zeilen des in Leipzig lebenden Mongolen Galsam Tschiang zu hören und natürlich durften Goethe, Hebbel, Hölderlin, Heine, Erich Fried, Ulla Hahn und Erich Kästner nicht fehlen.


Frieder und Lilli, Mitglieder der Literatur-AG

Mit dem Text "Träumerei"   von der Dichterin Selma Meerbaum-Eisinger wurden wir an unsere deutsche Geschichte erinnert. Sie schrieb Gedichte im Arbeitslager Michailowka über ihre erste Liebe und starb erst 18-jährig an Typhus.

Mit Prevert, Eugen Roth und Wilhelm Busch klang der interessante Lyrikabend, wie auf dem Foto der Teilnehmer ersichtlich, heiter aus.

Der Strauß, den ich gepfücket    (Johann Wolfgang Goethe)

Der Strauß, den ich gepfücket,

Grüße Dich vieltausendmal!

Ich hab mich oft gebücket,

Ach, wohl eintausendmal,

Und ihn ans Herz gedrücket

Wie hunderttausendmal!

 

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