27. Mai 2016

Lesung mit Gioseppe Boscia

Die Literatur AG des VIA-Wohnprojekts hatte, nach den vergangenen Literaturthemen u.a. Ärzte in der Literatur, Lieblingsballaden der Mitbewohner, wieder einmal zu  einer Lesung eingeladen.

Der Autor Giuseppe Boscia las aus seinem Buch "Erzähl mir von dir, Papa". Wie kam G. Boscia zum Schreiben dieses Buches? Sein Sohn Dario wollte anstatt der abendlichen Gute-Nacht-Geschichten eine "richtige Geschichte" hören, eine aus dem Leben des Papas.

Das war der Beginn der Lebensgeschichte des Peppino, der mit seinen Eltern als einer der ersten Gastarbeiterfamilien von dem kleinen Keramikstädtchen an der Nordküste Siziliens in das kleine Schwarzwaldstädtchen Hausach in die Suppagasse im Juni 1960 auswanderte.

 

 Eindrücklich schildert der Autor seine Erfahrungen als Elfjähriger ohne Kenntnis der deutschen Sprache, seine Begegnungen mit den hilfsbereiten Nachbarn, aber auch den langen Weg durch die Gesetze, bis er endlich eine Berufsausbildung machen konnte.

Die Lesung war für uns gerade in der jetzigen Zeit der sogenannten Flüchtlingskrise ein wichtiger und interessanter Abend.

Das Besondere an diesem Abend war, das Guiseppe Boscia die einzelnen sehr eindringlichen und humorvollen Leseabschnitte mit Liedern aus seiner sizilianischen Heimat leidenschaftlich untermalte.

s. auch Vernissage Frau Marita Hornberger vom 22. April 2016

25. April 2016

Am Pariser Ring sind viele Bewohner aktiv...

so stand es in der lokalen Presse, anlässlich der 25. Ausstellung unserer Kunst-AG in unserem Gemeinschaftsraum.

Das VIA-Wohnprojekt vereint in jeder Hinsicht sehr aktive Bewohner, denn es gibt etliche Arbeitsgemeinschaften, die sich alle großer Beliebtheit erfreuen, seien dass die Wanderer, der Literaturkreis, die Gymnastikgruppe oder die Cineasten und andere mehr.

Beruflich eng mit der Kunst verbunden, hatte Tamara Tziroulnikoff im Sommer 2009 die Kunst-AG gegründet. Mit im Boot sind Lilli, Helga und Gisela, die sich um Pressearbeit, die Organistion der Vernissagen, vom Catering bis zum Hängen der Bilder, kümmern.

Prominentester Kunstschaffender war bisher, Albert Kiefer, der Vater des großen Anselm Kiefer (s. Archiv). Besonderer Wert wird dabei auf abwechslungsreiche Ausstellungen gelegt, deren Duktus sich nicht permanent wiederholen sollte. Zum Abschluss eines jeden Jahres steht die Schau "Via Creativ" an, hier können sich die 36 Bewohner des Via-Wohnprojekts selbst einbringen. (Textquelle: BT vom 25. April 2016)

 

22. April 2016

25. Kunstausstellung mit Marita Hornberger

Die seit 6 Jahren bestehende Kunst-AG im VIA-Wohnprojekt mit Tamara, Gisela, Helga und Lilli hatte mit der Vernissage von Frau Marita Hornberger ein beachtliches Jubiläum zu feiern -  in dem relativ kurzen Zeitraum des Zusammenlebens eine Leistung, die von großer Begeisterung zeugt. Kein Wunder, dass dieser Jubiläumsausstellung im Rahmen der Vernissage viel Aufmerksamkeit entgegenbracht wurde, u.a. mit einem Bericht in der lokalen Presse.

Die Künstlerin zeigt Arbeiten in Öl auf Maltuch, experimentelle Holzschnitte auf Japanpapier oder schnelle gestische Gouachen nach Modellen, die wiederum einen Kontrast zur Ölmalerei bilden. Dabei folgt Marita Hornberger beim Malen einem inneren Drang, um die Erfahrungen der Welt zu vermitteln und gleichzeitig zum Gesehenen Stellung zu nehmen.


Die Vernissage, die wieder auf ein beachtliche Interesse stieß, wurde von Giuseppe Boscia mit Arien umrahmt, begleitet von Roselie da Silva am Klavier.

  

3. April 2016

Michael, der Weltenbummler

 

Dresden- Dakar- Banjul (Gambia) - es war schon eine ungewöhnliche Reise mit einem nicht alltäglichen Grund, die unseren Mitbewohner Michael nach Afrika geführt hatte. Gespannt lauschten wir seinem Reisebericht in Wort und vielen eindrucksvollen Bildern.


20 Tage waren sie unterwegs, 7000 km durch 7 Länder haben sie zurückgelegt, davon 600 km offroad. Es ist eine ungewöhnliche Rallye. Statt Schnelligkeit zählen unterwegs Fairness und Hilfsbereitschaft unter den ca. 50 teinehmenden Teams.

 

Der gute Zweck: Die bei der Rallye benutzten Fahrzeuge werden kurz nach der Ankunft in Gambia auf einer Versteigerung zum Kauf angeboten. Das Geld und mitgebrachte Sachspenden werden über eine seriöse Hilfsorganisation verteilt. Dabei ist für die unterstützten schulischen, medizinischen und gesellschaftlichen Projekte in Gambia diese Rallye die wichtigste Finanzierungsquelle. Die Rallyeteilnehmer können sich persönlich ein Bild über die unterstützten Projekte machen und sind bei den Spendenübergaben anwesend.

Nach dem lebendigen Reisebericht von Michael waren wir von dieser Idee begeistert und überzeugt, dass auch eine Portion Mut für das Umsetzen erforderlich ist. Unser Michael war zumindest wieder gesund nach Hause gekommen.

 

22. März 2016

Ausstellung "Fukushima, Tschernobyl und wir" im Foyer Klinikum Mittelbaden Baden-Baden-Balg

Die Anti-Atom-Initiative Baden-Baden organisierte eine Ausstellung im Foyer der Klinik in Balg anlässlich der Atomkatastrophen von Fukushima (5. Jahrestag) und Tschernobyl (30. Jahrestag).

In eindrücklichen Bildern, erklärenden Grafiken und mit knappen Texten erzählen  Plakate von den Hunderttausenden AufräumarbeiterInnen, deren Leben und Gesundheit Tschernobyl ruiniert hat, ebenso wie von den kranken und heimatlosen Kindern aus Fukushima. Sie zeigt, wie 1986 der radioaktive Fallout über ganz Europa niederging und bis heute noch nachweisbar ist. Sie dokumentiert das vergebliche Bemühen in Japan, den durch den Super-Gau von Fukushima kontaminierten Boden flächendeckend abzutragen.

 

Sie öffnet somit die Augen dafür, dass viele Millionen Menschen auf der ganzen Welt gesundheitliche Folgen der Atomtests und Atomkatastrophen zu tragen haben. Und sie spannt den Bogen zu den Atomkraftwerken, die hierzulande noch immer laufen: Auch hier ist eine Katastrophe jederzeit möglich - diesseits und jenseits von nationalen Grenzen.

Die Vernissage zur Ausstellungseröffnung war am 22. März um 18:30 Uhr und wurde vier Wochen lang gezeigt.

 

 

11.März 2016

5 Jahre Fukushima

 

Kaum eine Katastrophe blieb uns so im Gedächtnis wie die Katastrophe von Fukushima. Durch das verheerende Erdbeben, in dessen Folge ein Tsunami ganze Küstenstreifen zerstörte und über 15 000 Menschen ihr Leben verloren, wurde auch das Atomkraftwerk Daiichi Nahe Fukushima derart zerstört, dass es im Verlauf als Supergau zu einer Kernschmelze kam. Danach mussten über 150 000 Menschen  wegen der Strahlenbelastung ihre Heimat verlassen. Radioaktiv verseuchtes Kühlwasser floss ins Meer. Der finanzielle Schaden wird mit knapp 100 Milliarden Euro angegeben. Und noch immer ist die Lage vor Ort nicht ganz unter Kontrolle.

 

Solch eine Katastrophe hatte bisher niemand für möglich gehalten, warum ist sie trotzdem passiert?

 Nein, das reicht offenbar alles nicht aus, um das Zerstörungspotential für Mensch und Umwelt eines Atomkraftwerkes aufzuzeigen.

Die nächste Katastrophe kann auch bei größter Sorgfalt nicht ausgeschlossen werde. Trotzdem weigern sich Verantwortliche zumindest überalterte, marode und erheblich störanfällige Kernkraftwerke wie Fessenheim und Cattenom in unmittelbarer Nähe zur deutschen Grenze stillzulegen.

Warum produzieren wir Atommüll, der 100 000 Jahre strahlt und den kommenden Generationen übereignet werden muss?

Warum müssen wir auf das nächste Fukushima oder Tschernobyl warten?

Die Antiatominitiative Baden-Baden, in der auch Mitbewohner von uns aktiv sind, hatte somit allen Grund, im Rahmen der Mahnwache auf dem Leopoldsplatz in Baden-Baden der Bevölkerung all diese schlimmen Tatsachen wieder ins Bewusstsein zu bringen. Abschalten! Sofort!

 

 

 

9. März 2016

5 Jahre seit Fukushima - Lesung und Diskussion mit Sylvia Kotting-Uhl MdB

Anlässlich des 5. Jahrestages der Katastrophe in Fukushima hatten die Mitglieder der AAIBB (Antiatominitiative Baden-Baden) der attac-Regionalgruppe Baden-Baden Frau Sylvia Kotting-Uhl, MdB, zu einer Lesung mit anschließender Diskussion in unseren Gemeinschaftsraum einladen können.

Sylvia Kotting-Uhl zeigte Bilder von ihrer Fukushima-Reise im Jahre 2013 und las dazu aus ihrem Reisetagebuch. Es wurde überdeutlich, dass die Region Fukushima damals und weiterhin schwer unter den Folgen der Atomkatastrophe leidet. Besonders sichtbar wurde dies an den Tausenden von schwarzen Plastiksäcken, die man überall einzeln oder zu Bergen aufgestapelt liegen sah, in denen verseuchte Erde "aufbewahrt" wird. Niemand weiß, wohin damit, also bleiben sie in der Landschaft liegen.  Die Plastikfolien haben eine Lebensdauer von 3 Jahren....

 

 

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