31.Dezember 2019

Unser Jubiläumsjahr neigt sich dem Ende entgegen

- Silvesterfeier 2019

Noch einmal im Gemeinschaftsraum zusammen zu kommen, um den Jahresabschluss zu feiern, das hatte sich wieder eine Gruppe VIAs vorgenommen. Und hier geht es dann schon traditionell zu. Büffet und das Schrottwichteln sind ein Muss in fröhlicher Runde. Und so gehen auch die letzten Stunden des Jahres wie im Fluge vorbei.

 

Prosit Neujahr!!


12. Dezember 2019

VIA-Ausflug zum Simplicissimus-Haus in Renchen

Der letzte gemeinsame Ausflug in diesem Jahr führte uns zum Simplicissimus-Haus in Renchen, ca. eine halbstündige Autofahrt von Baden-Baden entfernt

Das  Simplicissimus-Haus ist ein Museum zur Rezeptionsgeschichte von Johann Jakob Christoph von Grimmelshausen. Grundanliegen ist der Dialog der Moderne mit der Geschichte. Deshalb findet sich im Simplicissimus-Haus vor allem die Beschäftigung der modernen Kunst mit dem Thema Johann Jakob Christoph von Grimmelshausen. Die Exponate reichen von Max Klinger über Ernst Barlach bis hin zu Gegenwartskünstlern wie dem in Hornburg lebenden Claus Arnold oder dem in Itzehoe bei Hamburg ansässigen Udo Claaßen. Die Stadt Renchen besitzt bereits eine umfangreiche Sammlung solcher rezeptionsgeschichtlichen Zeugnisse.



All das erfuhren wir im Rahmen einer Führung durch das Museum in einem historischen Gebäude.

In diesem 250 Jahre alten Gebäude finden zusätzlich zur Dauerausstellung um den barocken Autor Johann Jakob Christoffel von Grimmelshausenauch wechselnde Ausstellungen mit moderner Literatur, Kunst und Musik statt.

Am 2. Oktober 1998 wurde das Haus eröffnet, Bauherr war der lokale Förderverein Grimmelshausenfreunde e.V.; ein Amtsnachfolger des dichtenden Bürgermeisters, Klaus Brodbeck, die treibende Kraft.

 

 

8. Dezember 2019

VIA Jahresfest 2019

Zu jedem Jahresfest gab es bisher durch unsere Kunst-AG eine Themenvorgabe, die uns Bewohner zum Mitmachen animiert und uns Gelegenheit gibt, einander noch besser kennen zu lernen. Doch anlässlich des Jubiläumsjahres und der 40. Kunstausstellung in unserem Gemeinschaftsraum gab es natürlich einen Rückblick auf die Arbeit der Kunst-AG und ihre bisher ausstellenden Künstler.

Dazu waren wir aufgerufen, Bilder, die wir von Künstlern in den letzten Jahren erworben hatten, für diese Vernissage mit dem Titel "Dejá Vu" zur Verfügung zu stellen.



Tamara zählte die Titel und Künstler der einzelnen Vernissagen anhand der zahlreich ausgestellten Bilder auf und brachte so auch Vergessenes in Erinnerung. Über die Vielfalt konnten wir nur staunen. Unvergessen ist dabei Albert Kiefer, der Vater des weltberühmten Anselm Kiefer, der noch im hohen Alter bei uns ausgestellt hat und im letzten Jahr fast hundertjährig verstorben ist.

Musikalisch umrahmt wurde die Jahresfeier von Dietmute am Klavier.

Bei Kaffee und Kuchen, wie stets von Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern gebacken, erfolgte zu den schönen Erinnerungen ein reger Gedankenaustausch.

 

11.11.2019

Den letzten Weg gemeinsam gehen! Wie will ich sterben?

Seit 10 Jahren leben wir zusammen. Jene Mitbewohner, die vor 10 Jahren siebzig und älter waren, sind nun achtzig Jahre und älter - eigentlich eine klare Aussage, die keinen wundern dürfte. Man kann aber auch sein kalendarisches Alter verdrängen, denn eine Volksweisheit sagt: "Jeder ist so alt, wie er sich fühlt". Und dazu gibt es erstaunliche Aussagen wie z. B. 60 ist das neue 40???

Jeder von uns kennt vermutlich die statistische Lebenserwartung von Männern und Frauen in Deutschland und die Endlichkeit unseres Lebens. Trotzdem hatten wir in unserer Gemeinschaft noch nicht über dieses Thema gesprochen.

Peter, als Vorsitzender des ambulanten Hospizdienstes Rastatt, hatte zu diesem Thema eingeladen und ein Impulsreferat dazu gehalten.

Wir leben in einer Zeit, in der der Umgang mit dem Lebensende sich so radikal verändert hat, wie wahrscheinlich in den letzten Jahrhunderten nicht, oft verbunden mit viel Ratlosigkeit und Unsicherheit. Dabei  zwingt uns die moderne Medizin eine schwierige Frage auf. Wir müssen darüber nachdenken, wie wir unseren Tod erleben wollen und insbesondere wie wir ihn nicht erleben wollen.

Mehr als 80% der Deutschen will nicht im Krankenhaus oder Pflegeheim sterben, sondern zu Hause im Kreis der Familie und Angehörigen. Das sagen jedenfalls viele Umfragen. Doch das bleibt eher nur ein Wunsch und ist nur noch einer Minderheit vergönnt. Zum Einen haben sich die familiären Strukturen sehr verändert, zum Anderen sind es auch die Ängste und Sorgen der Angehörigen und Betroffenen vor schwierigen Situationen am Lebensende.

Weitere Umfragen ergeben fast einstimmig: Das Wichtigste am Lebensende ist, dass da jemand ist, der Zeit hat – also Dasein zur Fürsorge für den Anderen und wir wissen natürlich, dass im hektischen Geschäft des Alltags diese Möglichkeit des Daseins immer beschränkter wird, ganz egal wo wir hinschauen.

Nähe und Fürsorge am Lebensende, wie könnte dies in unserer Wohngemeinschaft realisiert werden?

Ja, wir sollten uns darüber wirklich Gedanken machen, aber doch noch nicht heute - älter werden wir später und sterben tun ja immer die Anderen, wie wir täglich in der Zeitung lesen können...

 

27. Oktober 2019

Literatur und Musik - Münchner Boheme und Frank Wedekind

Das war ein nicht alltägliches Thema zu dem unsere Literatur-AG in den Gemeinschaftsraum eingeladen hatte und neugierig machte.

Der Abend begann mit einer Einführung in die Münchner Boheme (1890-1914) und in die satirische und gesellschaftskritische Zeitschrift Simplicissimus (1896-1944). Einer der wichtigsten Vertreter der Münchner Boheme war FRANK WEDEKIND (1864-1918).

Außer den gesellschaftskritischen antibürgerlichen Stücken „Lulu“ und „Frühlingserwachen“ war Wedekinds Literatur nur wenigen VIA-Teilnehmern bekannt. So wurden uns Dank der Literatur-AG sein wechselhafter Lebenslauf mit seinen zeitkritischen Texten, Balladen und Satiren vorgestellt, die von einer CD von  seiner Enkelin Carola vorgetragen und gesungen und seinem Enkel Anatol Regnier auf der Gitarre begleitet wurden.

Seine Texte wurden als unsittlich angesehen und zensiert, weswegen er auch zu einer halbjährigen Festungshaft verurteilt worden war, später aber begnadigt wurde. Zwischen den Jahren 1906 und 1914 hatte er in München und Berlin unter der Regie von Max Reinhardt großen Erfolg. Wegen des Kriegsausbruchs wurden seine Stücke in Berlin abgebrochen, seine Texte waren unerwünscht und wurden zensiert.

Wedekind starb 1918 mit 54 Jahren. Bert Brecht war sein großer Verehrer und in seinem Nachruf bezeichnete er ihn mit Tolstoi und Strindberg als den großen ERZIEHER des NEUEN EUROPAS.

Dieser Literatur-Abend war für uns alle sehr interessant und reich an neuen literarischen Erkenntnissen.

 

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